Wie die Volkssolidarität ihren Fuß auf die Insel Hiddensee setzte

Ein Reisegast, der seit der ersten Fahrt nach Hiddensee stets dabei gewesen ist, berichtet von den Anfängen des beliebten Angebotes.

„Zur Ginsterblüte auf die Insel Hiddensee mit Andreas Wolf-Kather“ findet man auf einer Seite des Kataloges unseres Reisebüros. 

Vor einigen Jahren setzten einige Teilnehmer der „Herbstabschlussfahrt Binz“ an einem stürmischen Novembertag per Wassertaxi auf die Insel über. Unser Reiseleiter Andreas ließ sein Begrüßungsritual, die ihm zuerst entgegenschnellende Welle am Strand von Kloster symbolisch mit einem Handschlag zu fassen, nicht aus und holte sich dabei eine nasse Hose – wobei sich das Wasser besonders anhänglich gab. Nachdem eisiger Wind Hände und Hose erfasste, wusste er, wo man sich aufwärmen kann. Im „Haus Hiddensee“ staunte man nicht schlecht, als er für die Gruppe um Einlass bat. An einem solchen Tag hatte man wohl keine Tagestouristen erwartet. Bei einem Sanddorn-Grog erklärte uns Andreas, was er uns eigentlich alles so zeigen wollte. Schade nur, dass man sich aufgrund des Wetters und der geringen Zeit auf wenige Örtlichkeiten begrenzen müsse. Wir fanden das ebenfalls. 

Zwei Reise-Freundinnen brachten zur Diskussion, dass man doch im nächsten Jahr mal ein paar Tage hier verbringen könnte. „Jawohl“, stimmten die anderen mit ein. Andreas räusperte sich, nahm einen großen Schluck vom zweiten Sanddorn-Grog und brachte zu unserem Erstaunen hervor: „Eigentlich passt mir das überhaupt nicht in den Kram!“ „Wie, jetzt?“, wollten wir wissen. „Na, die geliebte Insel mit großen Personengruppen zu überschwemmen“, sprudelte es aus ihm heraus. „Ich stelle mir gerade vor, wie ich mit einer Horde durcheinander plappernder Leute, welche gar noch die Nase über Wegunebenheiten, Pferdeäpfel und Gichtschaum rümpfen, über die Insel stapfe und ihnen dabei Gerhard Hauptmann zitiere: ‚… nur stille, stille, dass es nicht etwa ein Weltbad werde …‘“ „Das wollen wir auch nicht“, entgegneten die Reisefreundinnen. „Wir meinen, so wie jetzt, in kleiner Runde. Wir wollen, dass du uns ‚dein‘ Hiddensee zeigst. Denk noch mal darüber nach!“ Und er hat es getan. „Zur Ginsterblüte auf die Insel Hiddensee mit Andreas Wolf-Kather“ wirbt deshalb seit einigen Jahren jene Seite im Reisekatalog. 

Andreas, Fachgebietsleiter Mitgliederbetreuung bei der Chemnitzer Volkssolidarität und Stadtrat, kommt seit über 30 Jahren regelmäßig auf die Insel, pflegt freundschaftliche Kontakte zu den Einheimischen. Wer ihn kennt, weiß, dass er dieses Eiland sehr liebt und mit der einzigartigen Natur tief verbunden ist. Er kennt die schönsten Orte, auch abseits der gängigen Touristenpfade. Die Nachfragen, eine Reservierung für die nächste Mitreisegelegenheit zu bekommen, sind groß. Doch Andreas bleibt seiner Einstellung treu. 15 Personen, nebst Reiseleiter und Begleitung, teilt er immer wieder dem Reisebüro mit. Daher gibt es seit zwei Jahren noch ein weiteres Angebot, die „Herbstgruppe“, welche Helga Schien vom Reisebüro leitet. 

Die „Frühlingsgruppe“ mit Andreas Wolf-Kather richtet sich vor allem an jene Menschen, welche gern zu Fuß die Besonderheiten der Insel erkunden. Wohlbemerkt, es handele sich eher um ausgedehnte Spaziergänge, nicht um eine sportliche Betätigung, stellt unser „SeeWolf“ klar. „Man braucht ja Zeit zum Genießen, zum Innehalten!“ Selbst über 80ig-jährige Inselfreunde wandern mit ihm den Steiluferweg entlang. „Ich schaue nicht auf ein Geburtsdatum, spreche aber eine persönliche Empfehlung über die Teilnahme vor längeren Ausflügen aus. Das darf ich mir mit meiner langjährigen Erfahrung erlauben“. Viel Freizeit wird mit in die Tagesabläufe eingeplant, so dass jeder außerdem eigenständig die Insel erkunden oder sich in frühsommerlicher Stille an der wunderbaren Luft erholen kann. Anfang Juni, blüht der herrlich gelbe Ginster im hügeligen Dornbusch und man kann sogar oftmals schon in die Ostsee gehen, ohne dass es zu viel an Überwindung kostet.

Andreas erzählt gern von seinen Kindheitserlebnissen auf Hiddensee und von längst vergangenen Zeiten des Insel-und Künstlerlebens. Und er organisiert  Kutschfahrten oder mal eine abendliche, gesellige Überraschung. Wer allein mitreist, findet dadurch leicht Anschluss. Stammgäste und „Insel-Neulinge“ erleben eine schöne Zeit. Wer mag, kann sich gern für sich zurückziehen. Andreas gestaltet den Rahmen mit Angeboten, trotzdem kann jeder für sich entscheiden. 

Im „Haus Hiddensee“ geht es familiär zu. Andreas kannte die Familie Syring schon von etlichen zurückliegenden Aufenthalten. Das Haus liegt am „Kirchweg“, das ist der Hauptweg des Inselortes Kloster. Die Kapazität der Zimmer entspricht genau den Vorstellungen, um eine kleine Gruppe in der Vor- bzw. Nachsaison gut unterzubekommen. Und die Gäste werden mit schmackhaften, ortstypischen Gerichten beköstigt. Vor allem mit frischem Fisch und hausgemachtem Kompott. Danach ein Sanddornlikör. Lecker! So war es auch bei unserer diesjährigen Reise. 

Der Termin für das nächste Jahr steht schon fest (03.06.-10.06.2018). Wer dazu Informationen möchte, der telefoniert am besten selbst mit Andreas Wolf-Kather, eurem „SeeWolf“.