Wechselbad der Gefühle

Ausfahrt nach „Klein Venedig“ in Leipzig im Juli 2016

Was für ein schöner Morgen, die Sonne lacht, der azurblaue Himmel zeigt kein einziges Wölkchen. Wir, die Mitglieder der Wohngruppe 013 und Gäste freuen sich auf die Bootsfahrt durch den Karl-Heine-Kanal mit seinen 15 Brücken. 

Dieser rund 3,3 km lange künstliche Wasserlauf im Westen der Stadt Leipzig verbindet den Lindenauer Hafen mit der Weißen Elster. Er ist mit kleinen Booten befahrbar. Als denkmalpflegerische Sachgesamtheit „Kanal, Uferbefestigung sowie Brücken“ ist der Kanal ein Leipziger Kulturdenkmal. Die Bezeichnung „Klein Venedig“ entstand auf Grund der Gegebenheit, dass es in diesem Gebiet mehr Brücken als in Venedig gibt.

Kurz vor unserer Abfahrt nach Leipzig ist es vorbei mit dem sonnigen Tag. Dunkle Wolken bedecken den Himmel. Sie öffnen ihre Schleusen zu einem wolkenbruchartigen Regen. Pitschnasse Fahrgäste steigen in den pünktlich ankommenden Bus und fragen sich, was aus der Bootsfahrt werden wird. Ein Telefonat mit dem Bootsunternehmer bestätigt uns: In Leipzig ist herrlichstes Wetter. Das beruhigt die Gemüter. 

Die Bootsfahrt durch den Kanal war ein interessantes Erlebnis, auch Kaffee und Kuchen konnten wir genießen.

Der Kanal wurde 1865 auf Initiative des Leipziger Rechtsanwaltes und Industriepioniers Carl Heine als erster Teil eines projektierten Schifffahrtskanals von der Weißen Elster bis zur Saale angelegt. In den 1990er Jahren wurde er saniert. Dabei wurde am nördlichen Kanalufer ein Fuß- und Radweg angelegt, der am 11. September 1996 in Anwesenheit der damaligen Bundesumweltministerin Angela Merkel eingeweiht wurde. Die Verlängerung des Kanals zum Hafen ist seit 2012 beschlossene Sache. 2015 wurde begonnen, die 665 Meter lange Anbindung an den Lindenauer Hafen zu fluten.

Unsere Bootsfahrt dauerte bei herrlichem Sonnenschein ca. 70 Minuten und unsere Kleidung und Schuhe waren danach auch wieder trocken.

Anschließend fuhren wir durch unzählige Baustellen zum Völkerschlachtdenkmal. 

Ein besonderes Lob gilt unserem Busfahrer Rolf Kaden. Er ließ sich trotz Bustellen-Chaos nicht aus der Ruhe bringen.

Gegen 19:00 Uhr landeten wir mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen wieder wohlbehalten in Chemnitz.

Es war ein unvergessliches Erlebnis.